I. Mammakarzinom

4. HISTOLOGIE

4.1. Duktales Carcinoma in situ (DCIS)

  • Heterogene Gruppe von Läsionen mit unterschiedlichem Erscheinungsbild, Histologie und biologischem Potenzial.
  • Nicht obligate Vorstufe eines invasiven Mammakarzinoms.
  • Die verschiedenen Klassifikationssysteme basieren auf dem Grading und Fehlen oder Vorkommen von Komedonekrosen und haben 3 wesentliche Kategorien gemeinsam („high grade“, „intermediate grade“, „low grade“) (siehe Tab. 5).
  • Histologische Subtypen:

    • Komedo-Typ (charakteristisch: nekrotisches Material, das oft kalzifizieren kann und somit in der Mammografie erkannt wird; oft mit invasivem Wachstum assoziiert) (Silverstein et al., 1990)
    • solide
    • kribriform
    • mikropapillär
    • papillär (intrazystisches papilläres Karzinom als Variante des papillären DCIS)

Tab. 5: Klassifikation histologischer Subtypen des DCIS

4.2. Paget’s Disease

  • Morbus Paget der Mamille: Klinisch charakterisiert durch persistierende ekzematöse, entzündliche, ulzeröse Hautveränderung am Bereich des Nipple-Areola-Komplexes.
  • Histopathologisch finden sich in der Epidermis maligne Paget-Zellen (große, helle Zellen mit prominenten Nucleoli).
  • Etwa 85 % der Erkrankungen sind mit einem DCIS oder einem investiven Mammakarzinom assoziiert.

4.3. Invasives Mammakarzinom

  • Subtypen:

    • duktal (75 %)
    • lobulär (10 %)
    • gemischt duktal/lobulär (10 %)

  • Spezielle, prognostisch günstige Subtypen:

    • muzinös (1–2 %) (Thurman et al., 2004)
    • tubulär (1–2 %) (Liu et al., 2009)

  • Spezielle, prognostisch ungünstige Subtypen:

    • metaplastisch: heterogene Tumorgruppe mit metaplastischer Komponente (Spindelzell-, ossäre, kartilaginöse, plattenepitheliale Differenzierung); meistens triple-negativ (ER/PR/HER2-negativ) (Hennessy et al., 2005; Behranwala et al., 2003)

4.4. Inflammatorisches Mammakarzinom

  • Spezieller molekularer Subtyp des Mammakarzinoms (1–6 %) mit ungünstiger Prognose und hohem Risiko eines Frührezidivs (Jaiyesimi et al., 1992).
  • Diagnosestellung erfolgt klinisch durch das Hauterythem der Mamma, Überwärmung und das Hautödem und/oder Peau d’orange (orangenähnlich zerklüftetes Hautprofil als Symptom verschiedener Erkrankungen).
  • Histopathologisch liegt ein invasives Mammakarzinom zugrunde; histologischer Nachweis einer Infiltration der Lymphgefäße kann beim inflammatorischen Mammakarzinom fehlen und umgekehrt beim nicht-inflammatorischen Mammakarzinom vorliegen.