II. Epitheliales Ovarialkarzinom (EOC)

8. NACHSORGE

8.1. Allgemeine Überlegungen

  • Ca. 70 % der Patientinnen mit Ovarialkarzinom werden in einem fortgeschrittenen Stadium (FIGO III und IV) diagnostiziert. Die Rezidivrate beträgt 60–80 %.
  • Die Rezidivraten in den frühen Stadien (FIGO I und II) betragen 5–30 %.
  • Durch die Anwendung zielgerichteter Therapien in der Adjuvanz sind die meisten Rezidive platinsensitiv. Die Rezidivbehandlung hat damit an Bedeutung gewonnen, da hohe Ansprechbaren, längeres Überleben bis hin zur Kuration erzielbar sind.
  • Auch die sekundäre Zytoreduktion hat dadurch einen höheren Stellenwert erhalten.
  • Insgesamt ist die Rezidivfrüherkennung in Anbetracht der therapeutischen Möglichkeiten insbesondere in der platinsensitiven Situation bedeutsam geworden.

8.2. Nachsorgeschema

  • Es gibt kein allgemein gültiges Nachsorgeschema für das epitheliale Ovarialkarzinom. Das in Tab. 3 dargestellte Nachsorgeschema versucht den allgemeinen Überlegungen gerecht zu werden.
  • Prinzipiell gilt: Je länger das therapiefreie Intervall, umso besser werden die Behandlungsmöglichkeiten im Rezidivfall.
  • Die regelmäßige Bestimmung von CA-125 bei asymptomatischen Patientinnen ist die kontroversiellste Untersuchung in der Nachsorge. Eine Studie zeigte, dass die CA-125-Bestimmung bei asymptomatischen Patientinnen keine Verlängerung des Überlebens bringt. Die Zahl der Rezidivtherapien wurde erhöht, da früher mit einer Rezidivtherapie begonnen wird (Rustin et al., 2010). Die Rekrutierungszeit der Studie war extrem lang, zielgerichtete Therapien noch nicht in Anwendung. Somit hat die CA-125-Bestimmung insbesondere in der platinsensitiven Situation nach wie vor ihren Stellenwert.

Nota bene: Wenn möglich, sollten Patientinnen in klinische Studien eingeschlossen werden!

Tab. 3: Nachsorgeschema (EOC)