VIII. Zervixkarzinom

3. DIAGNOSTIK

3.1. Klinische Hinweise

  • Blutungsanomalien: Kontaktblutungen typischerweise postkoital bzw. Metrorrhagien oder Blutung in der Postmenopause.
  • Fluor oft bräunlich oder blutig tingiert, häufig übel riechend.
  • Dysurie und Pollakisurie durch Harnwegsinfekt, Ureterkompression bzw. -infiltration oder Harnblaseninfiltration.
  • Schmerzen im Beckenbereich, Lumbalgien (Infiltration des Plexus sacralis, rezidivierende Pyelonephritis durch Harnstau).
  • Obstipation (durch Rektumkompression bzw. -infiltration).
  • Schwellung einer/beider unteren Extremität/-en (Lymphstau, Thrombose).
  • Oft asymptomatisch bei Frühstadien.

3.2. Abklärung

  • Initial meist auffälliger Pap-Abstrich oder positiver HPV-Test.
  • Danach Abklärung mittels Kolposkopie und kolposkopisch gezielter Biopsie zur Diagnosesicherung; bei nicht aussagekräftiger Biopsie manchmal diagnostische Konisation notwendig.
  • Klinische Untersuchung: Beschreibung der Tumorausdehnung und -größe, endozervikaleAbgrenzbarkeit, Vaginalbefall, Parametrienbefall, Hydronephrose, LK-Metastasen mittelsTastuntersuchung, Abdomen, Nieren, LK-Stationen, Spiegeluntersuchung, eimanuelle Testuntersuchung, rektale Tastuntersuchung, Vaginalsonografie, Nierensonografie.
  • Weiterführende Bildgebung: CT Thorax/Abdomen zur Beurteilung der LK-Stationen, zum Ausschluss von Fernmetastasen und einer Hydronephrose; MRT kleines Becken zur Beurteilung der Tumorgröße, Parametrieninfiltration, Tumorausdehnung; ggf. PET-CT aufgrund der höheren Sensitivität für LK-Befall als CT und MRT.

3.3. Rezidiv-/Metastasendiagnostik

  • Die meisten Rezidive werden in den ersten 3 Jahren nach Diagnosestellung diagnostiziert; Rezidive treten insbesondere im Becken auf.
  • Diagnose auf Basis folgender klinischer Hinweise bzw. Untersuchungen:

    • klinische Symptome (Schmerzen, Blutungen, Fluor, Schwellungen)
    • äußere körperliche Untersuchung (Schwellung des Abdomens, der unteren Extremität bzw. von Lymphknoten, Klopfschmerz der Nierenlager)
    • gynäkologische Untersuchung: sichtbarer und/oder tastbarer Tumor
    • Nierenabklärung (Harnstau): frühe Diagnostik eines Harnstaus (Rezidiv, Ureterstenose, Ureterstriktur) kann den Funktionsverlust der Niere, der v. a. palliativ-zytostatische Therapiemöglichkeiten beschränken würde, verhindern
    • evtl. SCC-Tumormarker-Erhöhung (Squamous Cell Carcinoma Antigen) beim Plattenepithelkarzinom
    • CT des Abdomens und Beckens oder PET-CT bei Rezidivverdacht
    • MRT des Beckens bei Rezidivverdacht
    • Zervikalkanalkürettage/Biopsie bei Tumorpersistenz/Vaginalrezidiv bzw. Try-Cut-Punktion bei Beckenrezidiv, CT-gelenkte Punktion
    • Thoraxröntgen bei Rezidivverdacht
    • Skelettröntgen, Knochenszintigrafie, MRT bei Verdacht auf Knochenmetastasen