VIII. Zervixkarzinom

5. STADIENEINTEILUNG

  • Lokale Ausbreitung betrifft Parametrien, Vagina, Corpus uteri, seltener Harnblase und Rektum (das Zervixkarzinom bleibt üblicherweise lange auf das Becken beschränkt).
  • Lymphogene Ausbreitung erfolgt in die pelvinen und paraaortalen Lymphknoten. Eine direkte Metastasierung in die paraaortalen Lymphknoten via Ligg. infundibulopelvica ohne vorherigen Befall der pelvinen Lymphknoten ist sehr selten. Extrem selten ist ein primärer Befall inguinaler, mediastinaler oder supraklavikulärer Lymphknoten.
  • Entwicklung von Fernmetastasen in die Lunge und seltener in das Skelettsystem oder die Leber erfolgt spät.
  • Intraperitoneale Ausbreitung erfolgt via Zellabschilferung; im FIGO-Stadium Ib–IVa wird primär bei 5 % intraperitoneales Tumorwachstum dokumentiert (Podczaski et al., 1989).
  • FIGO-Staging: Erfolgt klinisch und nicht chirurgisch (siehe Tab. 4). Lt. WHO sind dafür streng genommen die klinische Untersuchung, ein Lungenröntgen und eine i. v. Pyelografie erlaubt. Zwischen dem klinischen Staging und der tatsächlichen intraoperativen Tumorausbreitung bestehen Unterschiede zwischen 24 % (Stadium Ib) und 67 % (Stadium IVa). Ein MRT-Befund mit parametranem Befall oder ein CT/MRT mit vergrößerten pelvinen/paraaortalen Lymphknoten verändern die FIGO-Stadieneinteilung genauso wenig wie das Vorliegen von Lymphknoten-Metastasen in der definitiven Histologie.
  • Weiterführende Bildgebung spielt im klinischen Alltag natürlich eine wesentliche Rolle.

    • bezüglich der lokalen Ausbreitung klinische Untersuchung präziser als MRT und CT, die eher dazu neigen, die Tumorausbreitung zu überschätzen
    • bezüglich des Parametrienbefalls MRT präziser als die klinische Untersuchung (GOG 183; Mitchell et al., 2006)

Tab. 4: FIGO-Stadieneinteilung des Zervixkarzinoms (Stand 2014)