XII. Psychoonkologie in der gynäkologischen Onkologie

3. MÖGLICHKEITEN DER INTERVENTION FÜR ÄRZTINNEN UND ÄRZTE

  • Psychoonkologische Fortbildungen an ausgewählten Ausbildungseinrichtungen sind empfehlenswert.
  • In der praktischen Tätigkeit ist eine möglichst personalisierte Kommunikation in verständlicher Sprache erstrebenswert. Auch in systembestimmten Strukturen und unter praktisch immer vorhandenem Mangel an Zeit kann echtes Interesse und aufmerksames Hinhören auf die Anliegen der Patientin sehr wirksam sein.
  • Die Patientin begegnet der Ärztin/dem Arzt häufig mit einer sehr hohen Erwartungshaltung und dem Wunsch nach Heilung. Bedingungslose Wertschätzung und einfühlendes Verhalten sowie Authentizität als ärztliche Person sind wichtig. Gelassenheit und Geduld sind gefordert, um in den verschiedenen Phasen der Erkrankung die Nöte und Bedürfnisse der Patientin wahrzunehmen. Verunsicherungen durch vage Aussagen verursachen Angst und Misstrauen.
  • Im Spital ist eine gute Zusammenarbeit mit dem psychoonkologischen Team erfolgversprechend.
  • In der freien Praxis ist die Gynäkologin/der Gynäkologe auf die Kunst der Improvisation, des Individualisierungsvermögens, des Taktgefühls und des Fingerspitzengefühls angewiesen. Vielen Patientinnen ist mit der Zuweisung an eine psychoonkologische Praxis gut geholfen (wichtig: diplomierte PsychoonkologInnen).
  • Eine empathische ärztliche Zuwendung verbessert die Durchführung medizinischer Behandlungen wesentlich und erleichert letztlich den gesamten organisatorischen Ablauf wie auch die menschliche Kommunikation.
  • Psychoonkologisches Handeln erhöht das Wohlbefinden der Patientin und zugleich die Arbeitszufriedenheit von Ärztin oder Arzt und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Burnout-Prophylaxe.